10 | 12 | 2018

Liturgisches Jahr

Das Liturgische Kirchenjahr - was ist denn das?

Während der Begriff "Kirche" bereits in der Bibel vorkommt, ist der Begriff "Kirchenjahr" kirchen-geschichtlich gesehen noch relativ jung. Er wurde erst in der Reformationszeit geprägt von einem evangelischen Pfarrer um 1589, um - im Unterschied zum bürgerlichen Jahr - die Zeit vom 1. Advent bis zum letzten Samstag vor dem nächsten 1. Advent zu bezeichnen. Dieser Begriff fand dann Eingang (auch) in die katholische Kirche und wurde neben anderen Begriffen wie "liturgisches Jahr" oder "Jahr des Heiles" zu einem feststehenden Ausdruck.

Das Kirchenjahr orientiert sich mit seinen Festen an heilsgeschichtlichen Ereignissen, insbesondere an jenen aus der Geschichte Jesu Christi. Auch wenn das Kirchenjahr einen anderen Akzent zum bürgerlichen Jahr setzen will, möchten das bürgerliche Jahr und das Kirchenjahr keine Konkurrenz zueinander darstellen. Denn das bürgerliche Jahr, welches sich seit der Anerkennung des Jahresbeginns am 1. Januar durch Papst Innozenz XII. im Jahre 1691 auch gesellschaftlich immer mehr durchsetzte, ist als Zeit auch Gabe Gottes und beruht auf christlichem Fundament. Dies wird allein schon durch den meist nicht (mehr) hinzugeschriebenen Zusatz nach der Jahreszahl "n.Chr." (nach Christus) oder "a.D. (anno Domini - Jahr des Herrn) deutlich.

Im Kirchenjahr soll der Blick auf die Feste und Feiern der Kirche, auf jene Feste gelenkt werden, in denen die Heilstaten Gottes im Laufe eines Jahreskreises begangen werden. So enthält das Kirchenjahr die Grundpfeiler Ostern und Weihnachten und die sich daraus ergebenden Feste sowie eine Fülle von biblischen und nichtbiblischen (Heiligen)Gedenktagen, Marienfesten und weitere Anlässe, an denen man liturgisch die Heilstaten Gottes an den Menschen feiert.

Innerhalb des Kirchenjahres unterscheidet man drei Festkreise:

Osterfestkreis

er beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Pfingstsonntag.

Weihnachtsfestkreis dieser beginnt mit dem 1. Advent bis Dreikönig (Epiphanie).
Zeit im Jahreskreis sie umfasst zum einen die Zeit ab Montag nach dem Fest Taufe des Herrn bis zum Dienstag vor Aschermittwoch und zum anderen die Zeit ab Montag nach Pfingsten bis zum Samstag vor dem ersten Advent.

Für jeden dieser Festkreise gibt es verschiedene Bibeltexte, die in den Gottesdiensten gehört werden.
Mit dem Zweiten Vatikanum wurde eine Leseordnung eingeführt, die sich an dem jeweiligen Festkreis orientiert.
Jeweils am 1. Advent, dem Beginn des neuen Kirchenjahres, wird ein neues Lesejahr A, B oder C begonnen. Diese Schrifttexte werden dann jeden Sonntag im Gottesdienst verkündet und kehren alle drei Jahre wieder. Für die Wochentage hat man sich für zwei Lesejahre I und II entschieden. Diese wechseln ebenso mit dem Beginn des neues Kirchenjahres.