26 | 04 | 2018

Beichte

 

  • Das Sakrament der Versöhnung (Beichte)

 

Wir machen täglich die Erfahrung von Schwäche, Unvollkommenheit und Gebrechlichkeit, wir sind mit Schuld, Trauer und Spaltung konfrontiert und erleben zugleich, wie sehr wir Vertrauen und Zuwendung und nicht zuletzt Frieden brauchen. Die Vergebung durch Gott gibt uns Trost und Ermutigung. Deshalb hat Christus seiner Kirche das Bußsakrament geschenkt. Hier erfährt der/die Christ/in durch menschliche Zeichen, das Lossprechungswort des Priesters und das Zeichen des Kreuzes, dass seine Schuld durch Christi Tod und Auferstehung vergeben wird. Versöhnung untereinander und Wiedergutmachung sind Voraussetzung dafür.

Neben der Einzelbeichte im Beichtstuhl gibt es auch das Beichtgespräch mit dem Priester außerhalb des Beichtstuhles, das man mit ihm vereinbaren kann.

Natürlich gibt es viele andere Bußformen, so das Gebet, die Bitte um Vergebung vor Gott und den Menschen (Messfeier), das Lesen der Hl. Schrift, Werke der Nächstenliebe, Versöhnung untereinander und des Bußgottesdienst. Der Empfang des Bußsakramentes ist bei einer schweren Sünde unverzichtbar, da hier die Grundaussagen und Einsichten unseres Glaubens in Frage gestellt werden.

Beichte und Busse sind keine uns Menschen in Angst und Unfreiheit versetzende Vorgänge, sondern befreiende Angebote Gottes an uns Menschen.

Die Hinführung der Kinder zum Sakrament der Versöhnung geschieht im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung.


Einzelbeichte / Beichtgespräch:
Die Beichte ist ein Zeichen der Versöhnung, ein Sakrament, mit dem Gott und Mensch einen neuen, gemein-samen Anfang wagen. Indem der Beichtende sein Vergehen aufrichtig bereut, wendet er sich Gott wieder zu; er darf von neuem hoffen, daß sein Leben gut wird. Der Glaube an die Beichte gründet in den Worten Jesu an seine Jünger: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben."

Wie sieht die Beichte aus?
Der Beichtende betritt den Beichtstuhl oder das Beichtzimmer und wird vom Priester begrüßt. Er bekennt seine Schuld und führt mit dem Priester ein Gespräch, in dem beide überlegen, wie das Leben des Büßenden in guter Weise weitergehen kann. Oft entschließt sich der Beichtende von nun an auf einen Fehler besonders zu achten, um sich so allmählich zu bessern.
Daraufhin erteilt der Priester im Namen Jesu die Lossprechung: "Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich Dich los von Deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und Heiligen Geistes." Nach der Losssprechung verrichtet der Beichtende sein Bußwerk.

Der Bußgottesdienst:
Der Bußgottesdienst ist eine gemeinschaftliche Form des Bekenntnisses und wird in unserer Gemeinde regelmäßig in der Advents-und Fastenzeit gefeiert. Hier wird erfahrbar, dass die Kirche eine Kirche der Sünder und zugleich Ort und Zeichen der Versöhnung ist. Gemeinsam rufen wir darum im Bußgottesdienst das Erbarmen Gottes herab und erbitten Versöhnung mit Gott und miteinander. Die Bußgottesdienste haben einen eigenständigen Charakter und können deshalb das Bußsakrament (Beichte) nicht ersetzen.