26 | 04 | 2018

Weihe

 

  • Das Sakrament der Weihe

 

Jesus Christus hat die Verkündigung des Evangeliums und das Wachsen seiner Kirche seinen Jüngern, d.h. allen Getauften anvertraut. Damit sie diese Sendung und diesen Dienst an der Welt je nach ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend erfüllen können, gibt es den eigenen Dienst des Amtes in der Kirche.

Auch wenn die Vorbereitungen und Feier der Priesterweihe nicht zum Lebensalltag einer Gemeinde gehören, so fällt der Gemeinde doch eine große Verantwortung dafür zu, ob in ihr Priesterberufe wachsen können. Wie eine Gemeinde mit ihren Priestern umgeht, über sie spricht und denkt, ist solch eine wichtige Voraussetzung dafür. Das gilt insbesondere auch für die Familie. Damit in einer Familie ein geistlicher Beruf wachsen kann,
ist es wichtig, wie sie ihr Leben aus dem Glauben gestaltet in Gebet, Mitfeier der Gottesdienste und Teilnahme am Leben der Ortsgemeinde.

Ähnliches wie für den Priesterberuf gilt auch für Ordensberufe und andere Berufe der Kirche. Berufungen fallen nicht vom Himmel, sie müssen auch erbetet werden. Darum laden wir besonders zur Feier der Eucharistie am ersten Donnerstag eines Monats, dem Gebetstag für geistliche Berufe (Priesterdonnerstag) ein.

In den letzten Jahren sind neue Berufe in der Kirche entstanden. Dazu zählen vor allem der verheiratete haupt- und nebenamtliche Diakon, der Dienst der Gemeinde-/Pastoralreferentin und des Gemeinde-/ Pastoralreferenten.

Einmal im Jahr, und zwar am 4. Sonntag der Osterzeit, begeht die Kirche den Weltgebetstag für geistliche Berufe. Dieser Tag dient dem Gebet um solche Berufe und erinnert daran, dass wir alle mithelfen können und müssen, in unseren Gemeinden ein Klima zu schaffen, dass junge Menschen sich dafür entscheiden können.

Die Weihe ist das Sakrament, durch welches die Sendung, die Christus seinen Aposteln anvertraut hat, in der Kirche weiterhin ausgeübt wird bis zum Ende der Zeit. Sie umfasst drei Stufen:

Die Bischofsweihe:
Dem weihenden Bischof assistieren zwei weitere Bischöfe als Mitkonsekratoren. Dem neugeweihten Bischof werden das Evangelienbuch aufgelegt, er wird gesalbt mit Chrisam und die bischöflichen Insignien (Ring, Mitra und Hirtenstab) werden ihm übergeben. Den Bischöfen werden in vollem Umfang das Hirtenamt übertragen.

Die Priesterweihe:
Gott beruft alle Menschen zum allgemeinen Priestertum. Auch für sie gilt das Wort: Bedenke, was Du tust, ahme nach, was Du vollziehst und stelle dein ganzes Leben unter das Kreuz des Herrn!
Darüber hinaus beruft Gott Christen in seine besondere Nachfolge, und zu Ganzhingabe. Sie stellen ihr Leben ganz in den Dienst der Frohbotschaft und der Kirche. Im Namen und in der Vollmacht Jesu Christi spenden sie die hl. Sakramente, haben Anteil an seiner Leitungs- und Hirtengewalt.
Dem Priester wird auch die Hand des Bischofs aufgelegt. Dem Priester werden die Hände gesalbt und der Kelch und die Hostienschale übergeben. Zum Zeichen der Gemeinschaft erteilt der Bischof jedem den Friedensgruß. Im Unterschied zur Diakonenweihe legen alle anwesenden Priester dem Neugeweihten die Hände auf und bleiben zu beiden Seiten des Bischofs bis zum Ende des Weihegebetes stehen.

Die Diakonenweihe:
Der Bischof ruft bei der Weihe einleitend die gesamte Gemeinde zum Gebet für die Weihekandidaten auf. Nach der Allerheiligenlitanei spricht der Bischof ein Gebet. Nun legt der Bischof jedem Kandidaten als Zeichen der Beauftragung und der Mitteilung der Kraft des Heiligen Geistes die Hände auf zum Dienst. In diesem Zeichen wird seit den Zeiten der Apostel durch alle Jahrhunderte hindurch in der Kirche die Beauftragung und Bevollmächtigung zum Dienst des Diakons weitergegeben.
Im darauf folgenden feierlichen Weihegebet bittet der Bischof Gott, er möge seinen Geist auf die Diakone herabsenden, damit sie ihren Dienst treu erfüllen. Dieses Gebet ist der Höhepunkt der Weihe und findet ihren Abschluss.
Durch die Weihe ist der Diakon dem Bischof insbesondere in seinen diakonischen Aufgaben verbunden. Die Diakone erhalten nach der Weihe die Stola und Dalmatik, das liturgische Gewand des Diakons. Dann überreicht der Bischof das Evangelienbuch, zum Zeichen, dass die Diakone ihr Leben nach dem Geist des Evangeliums ihr Leben gestalten und die frohe Botschaft Christi verkünden. Zum Zeichen der Verbundenheit erteilt der Bischof jedem den Friedensgruß.