19 | 11 | 2018

4. Pastoralkonzept - Ehrenamt und Berufung

Pastoralkonzept für den Pastoralverbund Avenwedde-Friedrichsdorf

Teil 4: Ehrenamt als Berufung

 

Sehen
In unseren Gemeinden und Verbänden engagieren sich über 500 Menschen ehrenamtlich.
Die bisherige Arbeitsweise erfordert eine hohe Anzahl an Ehrenamtlichen.

Die Zahl derjenigen, die sich engagieren, geht zurück. Viele haben nicht mehr die Zeit und sind nicht mehr bereit, sich in dem gleichen Maß einzusetzen, wie es Menschen vor ihnen getan haben. Das hat demographische, berufliche, familiäre Gründe sowie ein verändertes Freizeitverhalten als Ursache.


Urteilen
Bei gleich bleibenden oder wachsenden Aufgaben und neuen Herausforderungen sind hoch motivierte und engagierte Ehrenamtliche oft bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Das birgt die Gefahr der Überlastung und Konzentration von Aufgaben auf wenige und macht es immer unattraktiver für Neue, eine solche Aufgabe zu übernehmen. 

Wir freuen uns über Menschen, die sich engagieren und möchten ihnen in unseren Gemeinden Betätigungs- und Entfaltungsmöglichkeiten geben. Dabei soll der persönliche Gewinn, den ein freiwillig Engagierter erfährt, für ihn überwiegend im Vordergrund stehen. 

Wir sind dankbar für den Impuls des Erzbischofs zur Berufungspastoral und wollen diesem Aspekt mehr Bedeutung zumessen.


Handeln
Hauptziel ist, dass Menschen eine Möglichkeit geboten wird, am Reich Gottes mitzuarbeiten.
Aufgaben, die ehrenamtlich geleistet werden können, sollen Ehrenamtliche leisten, sofern nicht Qualifikation und Amt dem widersprechen.
Wir möchten eine Gemeinde sein, in der Menschen ihre Berufung entdecken können und Berufene gefunden werden.
Wir möchten eine neue Kultur des Ehrenamtes entwickeln. 

Um diese Ziele zu erreichen, möchten wir zweigleisig fahren:

  1. Wir brauchen mehr (und) zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  2. Wir werden unsere Aufgaben und Strukturen so verändern müssen, dass sie von weniger Menschen geleistet werden können. Das erfordert eine Unterscheidung in vorrangige und nachrangige Aufgaben.


Zu 1.

Die zahlreichen Ideen, die bei der Entwicklung des Konzeptes entstanden sind, müssen ausprobiert werden und einen verbindlichen Rahmen bekommen (z.B. Talentbörse, Öffentlichkeitsarbeit, Wahrnehmung von Interessierten, Ansprache von Neubürgern und Berufsaussteigern).

Die bereits vorhandene Mitarbeiterbegleitung muss effektiv gestaltet werden. Dabei soll neben der inhaltlichen die spirituelle Begleitung einen größeren Stellenwert einnehmen und der Berufungsaspekt eine zentrale Rolle spielen.

Vorhandene Qualifizierungsangebote müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen.
Die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden muss zum Ausdruck kommen, auch durch eine noch zu entwickelnden Form der Verabschiedung.

Zur Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt auch eine transparente Kommunikation bei. Informationen und Entscheidungswege müssen besser kommuniziert werden, das Kommunikationsnetz, inklusive der Kommunikation der verantwortlichen Gremien muss ausgebaut werden.

Zu 2.
Die o.g. Vorrangigkeiten und Nachrangigkeiten zu bestimmen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, wird aber vorrangiges Ziel des Pastoralverbundes in der nächsten Zeit sein. Fragen in diesem Kontext sind:

  • Wie kann man Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamt auf Zeit entwickeln und ausbauen?
    Welche Aufgaben können zeitlich befristet durchgeführt werden?
  • Worauf müssen wir verzichten lernen?
  • Wir haben uns vorgenommen, im PGR keine Sitzungen im Advent und in der Fastenzeit durchzuführen und stattdessen, ein spirituelles Angebot wahrzunehmen.